Selbst Strom macht an der Börse die klassischen Bewegungen von Angebot und Nachfrage mit: Ist viel Energie verfügbar und die Nachfrage gering, fällt der Preis. Bei hoher Nachfrage und geringer Erzeugung steigt er.
Warum also den günstigeren Strom nicht speichern und erst dann nutzen, wenn die Preise wieder steigen? Mit einem dynamischen Stromtarif und einem Batteriespeicher lässt sich genau das umsetzen.
Was ist ein dynamischer Stromtarif?
Bei einem klassischen Stromtarif zahlen Sie für jede Kilowattstunde denselben vereinbarten Arbeitspreis, egal, ob Sie Ihren Strom morgens, mittags oder nachts verbrauchen.
Bei einem dynamischen Stromtarif verändert sich der Preis für den Strombezug dagegen im Tagesverlauf. Wenn Sie Strom in günstigen Stunden beziehen, zahlen Sie für diesen Anteil weniger als zu Zeiten hoher Börsenpreise.
Grundlage für die dynamischen Tarife ist häufig der sogenannte Day-Ahead-Markt. Dort werden die Börsenstrompreise für den folgenden Tag festgelegt. Ist viel Solar- oder Windstrom verfügbar und die Nachfrage gering, sinken die Preise. Bei hoher Nachfrage und geringer Erzeugung steigen sie.
Diese Börsenpreise werden jedoch nicht eins zu eins zu Ihrem Endpreis. Netzentgelte, Steuern, Abgaben und weitere Preisbestandteile kommen noch hinzu. Selbst bei niedrigen oder sogar negativen Börsenpreisen ist deshalb Strom nicht kostenlos.
Dynamischer Stromtarif Batteriespeicher: Günstigen Strom später nutzen
Ein niedriger Strompreis hilft Ihnen wenig, wenn Sie gerade kaum Energie benötigen. Mit einem Batteriespeicher können Sie den günstigen Strom jedoch für später speichern.
Eine intelligente Steuerung sorgt dafür, dass der Speicher mit Strom aus dem öffentlichen Netz geladen wird, wenn dieser gerade günstig ist. Wenn der Preis später steigt, kann der Haushalt vorerst auf die günstigere Energie aus dem Batteriespeicher zurückgreifen. So müssen Sie Ihren Tagesablauf nicht an die Strombörse anpassen, um zu sparen.
Ein dynamischer Stromtarif mit Batteriespeicher lohnt sich vor allem, wenn ein Energiemanagement die Preisentwicklung automatisch erkennt. Andernfalls müssten Sie günstige Ladezeiten regelmäßig selbst prüfen und einstellen.
Dynamischer Stromtarif mit PV und Speicher
Mit einer eigenen Photovoltaikanlage kommt der selbst erzeugte Solarstrom hinzu. Das Energiemanagement kann dann die Börsenstrompreise, die eigene PV-Produktion und den Verbrauch gemeinsam berücksichtigen.
Wird viel Solarstrom erwartet, kann der Speicherplatz für diesen Überschuss freigehalten werden. Bei einer geringen Solarproduktion lässt sich der Speicher dagegen in günstigen Stunden mit Netzstrom laden. Somit kann sich ein dynamischer Stromtarif mit Speicher und PV besonders im Winter lohnen, wenn die Photovoltaikanlage weniger Energie liefert.
Auch das Elektroauto lässt sich einbeziehen: Steht es mehrere Stunden an der Wallbox, kann eine durchdachte Steuerung günstige Zeitfenster zum Laden auswählen und bei vorhandener PV-Anlage zusätzlich den eigenen Solarstrom nutzen.
Dynamischer Stromtarif mit Speicher ohne PV: Lohnt sich das?
Das Prinzip funktioniert auch ohne Photovoltaikanlage. Bei einem dynamischen Stromtarif mit Speicher ohne PV wird der Batteriespeicher in günstigen Stunden mit Netzstrom geladen. Wenn der Strompreis wieder steigt, versorgt sich der Haushalt erst aus dem Speicher, statt den dann teureren Strom aus dem Netz zu beziehen.
Ob sich das lohnt, hängt davon ab, wie groß der Preisunterschied zwischen diesen Zeiträumen ist. Beim Speichern geht immer ein Teil der Energie verloren, außerdem wird mit jedem Ladezyklus der Akku beansprucht.
Auch die Anschaffungskosten des Batteriespeichers müssen durch die möglichen Einsparungen gedeckt werden. Bei einem bereits vorhandenen Speicher stellt sich diese Frage nicht.
Was braucht ein dynamischer Stromtarif mit Speicher?
Für das automatische Zusammenspiel werden mehrere Komponenten benötigt:
- der dynamische Stromtarif
- ein intelligentes Messsystem (Smart Meter)
- ein kompatibler Batteriespeicher und Wechselrichter
- das Energiemanagement zur Steuerung
Das Smart Meter erfasst, wann und wie viel Strom aus dem Netz bezogen wird. Das Energiemanagement gleicht diese Daten mit den aktuellen Strompreisen und dem Verbrauch im Haushalt ab. Ist eine PV-Anlage vorhanden, kann noch die eigene Solarproduktion berücksichtigt werden. Auf dieser Grundlage steuert das System, wann der Batteriespeicher günstig aus dem Netz geladen wird und wann besser der gespeicherte Strom im Haushalt zum Einsatz kommt.
Wenn Sie einen Batteriespeicher oder ein Energiemanagementsystem installieren lassen möchten, sollten Sie deshalb darauf achten, dass Smart Meter, Speicher, Wechselrichter und Steuerung kompatibel sind.
Lohnt sich ein dynamischer Stromtarif mit Batteriespeicher?
Je mehr Strom in den günstigen Stunden bezogen wird, desto mehr kann gespart werden. Allerdings müssen auch Ladeverluste, zusätzliche Ladezyklen und die Anschaffungskosten bedacht werden.
Bei einem Vergleich dynamischer Stromtarife lohnt sich ein genauer Blick. Anbieter unterscheiden sich unter anderem bei Grundgebühren, Aufschlägen, Vertragsbedingungen und zusätzlichen Leistungen. Jeder Haushalt braucht den Tarif, der genau zu ihm passt.
Fazit: Dynamischer Stromtarif Batteriespeicher intelligent kombinieren
Ein dynamischer Stromtarif mit Batteriespeicher kann günstigen Strom für Zeiten höherer Strompreise speichern. Besonders flexibel wird das System, wenn Photovoltaikanlage, Speicher und weitere Verbraucher über ein Energiemanagement aufeinander abgestimmt werden.
GSE Systeme unterstützt Sie bei der Auswahl eines geeigneten Batteriespeichers und der passenden Steuerung für dynamische Stromtarife.
Oder nutzen Sie unser Kontaktformular und lassen Sie sich persönlich beraten.
Häufige Fragen zu dynamischen Stromtarifen
Ist ein dynamischer Stromtarif ohne Smart Meter möglich?
Für einen dynamischen Stromtarif benötigen Sie ein intelligentes Messsystem. Das Smart Meter erfasst nicht nur, wie viel Strom Sie verbrauchen, sondern auch wann. So wird Ihr Verbrauch in günstigen Stunden zum niedrigeren und in teuren Stunden zum höheren Preis sauber abgerechnet.
Welcher dynamische Stromtarif Anbieter ist der beste?
Das hängt von Ihrem Verbrauch und Wünschen ab. Neben dem Börsenpreis sollten auch Grundgebühren, Aufschläge, Vertragsbedingungen und Möglichkeiten zur automatischen Steuerung verglichen werden.
Ist ein dynamischer Stromtarif bei einer PV-Anlage sinnvoll?
Mit Batteriespeicher und intelligentem Energiemanagement kann eine PV-Anlage eigenen Solarstrom bevorzugt nutzen und bei Bedarf günstigen Netzstrom hinzuziehen.