Ladeinfrastruktur für Unternehmen planen und wirtschaftlich umsetzen

Elektrofahrzeuge gehören in vielen Unternehmen längst zum Alltag. Sie kommen im eigenen Fuhrpark zum Einsatz, werden von Mitarbeitern gefahren oder stehen auf dem Kundenparkplatz. Und dafür braucht es geeignete Lademöglichkeiten direkt am Unternehmensstandort.

Es ist nicht automatisch die beste Lösung, den Standort deshalb einfach mit Ladesäulen zu spicken. Eine genaue Bedarfsanalyse hilft, Ladeleistung, Netzanschluss und spätere Erweiterungen auf den tatsächlichen Bedarf Ihres Unternehmens abzustimmen.

Ladeinfrastruktur Unternehmen: Den tatsächlichen Bedarf ermitteln

Die Planung Ihrer optimalen Ladeinfrastruktur beginnt mit der Frage, wer am Standort eigentlich alles laden soll. Unternehmen können den eigenen Fuhrpark versorgen, Mitarbeitern das Laden während der Arbeitszeit ermöglichen oder Ladepunkte für Kunden und Besucher anbieten.

Bei einer Fahrzeugflotte sind vor allem die tägliche Fahrleistung und verfügbare Standzeiten entscheidend. Für Mitarbeiter und Kunden ist dagegen wichtig, wie viele Fahrzeuge gleichzeitig laden können. Sind die Ladepunkte öffentlich zugänglich, stellen sich zusätzliche Anforderungen an Zugang und Bezahlung.

Eine gute Beratung zur Ladeinfrastruktur geht dabei nicht nur auf den aktuellen Bedarf Ihres Unternehmens ein, sondern berücksichtigt auch, wie sich dieser in Zukunft entwickeln könnte.

Welche Ladetechnik passt zum Unternehmen?

Bei der Auswahl der Ladepunkte sind vor allem zwei Fragen wichtig: Wie schnell müssen die Fahrzeuge geladen werden und wo sollen die Ladepunkte installiert werden?

Wenn Dienstwagen mehrere Stunden oder über Nacht am Standort stehen, reicht meist das Laden mit Wechselstrom (AC). Dafür kommen beispielsweise Wallboxen oder Ladesäulen mit 11 oder 22 kW infrage. Wenn Fahrzeuge dagegen innerhalb kurzer Zeit wieder einsatzbereit sein müssen, können Schnellladepunkte mit Gleichstrom (DC) sinnvoll sein.

Wallbox und Ladesäule unterscheiden sich vor allem hinsichtlich ihrer Bauform: Eine Wallbox wird an einer Wand oder einer entsprechenden Halterung montiert und eignet sich so für Stellplätze an Gebäuden und in Tiefgaragen. Freistehende Ladesäulen können dagegen auf Parkflächen installiert werden.

Welche Ladelösung für Ihr Unternehmen sinnvoll ist, hängt damit vor allem von Standzeiten, benötigter Ladegeschwindigkeit und den Gegebenheiten am Standort ab.

Netzanschluss und Lastmanagement prüfen

Je mehr Elektrofahrzeuge gleichzeitig geladen werden, desto mehr Leistung wird benötigt. Vor der Installation sollten Sie deshalb prüfen, welche Anschlussleistung am Standort verfügbar ist und ob der bestehende Netzanschluss überhaupt ausreicht.

Dabei muss nicht jedes Fahrzeug jederzeit mit maximaler Leistung laden. Ein durchdachtes Lastmanagement verteilt die verfügbare Leistung auf die angeschlossenen Fahrzeuge und kann so Lastspitzen begrenzen.

Ein Energie Management kann zusätzlich die eigene Stromerzeugung einbeziehen. Betreiben Sie im Unternehmen beispielsweise eine PV-Anlage, können Sie selbst erzeugten Solarstrom für Ihre Fahrzeuge nutzen. Wenn eine Solaranlage für das Gewerbe oder eine PV-Modernisierung geplant ist, lohnt es sich deshalb, Energieversorgung und Ladeinfrastruktur gemeinsam zu planen.

Ladeinfrastruktur Unternehmen: Betrieb und Abrechnung

Sobald nicht nur der eigene Fuhrpark an den Ladepunkten Ihres Unternehmens lädt, stellen sich zusätzliche Fragen zum Betrieb und zur Abrechnung: Wer darf die Ladepunkte nutzen? Wie werden einzelne Ladevorgänge erfasst? Wie wird abgerechnet?

Über ein zentrales Verwaltungssystem (Backend) können Nutzer authentifiziert, Ladevorgänge zugeordnet und je nach System abgerechnet werden. Das ist zum Beispiel dann relevant, wenn Mitarbeiter ihre privaten Elektroautos laden oder die Ladepunkte auch Kunden oder Besuchern zur Verfügung stehen.

Bei öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur gelten zusätzliche Anforderungen, etwa an Bezahlmöglichkeiten und die Anmeldung der Ladepunkte bei der Bundesnetzagentur.

Was kostet Ladeinfrastruktur für Unternehmen?

Die Kosten einer Ladeinfrastruktur ergeben sich nicht allein aus den Preisen der einzelnen Ladepunkte. Eine Wallbox an einem bereits geeigneten Standort verursacht beispielsweise einen anderen Aufwand als mehrere Ladesäulen auf einem Firmenparkplatz oder DC-Schnelllader für einen Fuhrpark.

Einfluss auf die Gesamtkosten haben unter anderem:

  • Anzahl und Leistung der Ladepunkte
  • vorhandener Netzanschluss
  • Kabelwege sowie Erd- und Tiefbauarbeiten
  • Lastmanagement und Abrechnung
  • spätere Erweiterungsmöglichkeiten

Wenn Sie Ihre Ladeinfrastruktur planen, sollten Sie den Standort deshalb zunächst technisch prüfen lassen, bevor Sie konkrete Hardware auswählen. Leitungswege und Lastmanagement können so ausgelegt werden, dass sich später weitere Ladepunkte ergänzen lassen.

Welche Förderung gibt es für Ladeinfrastruktur im Gewerbe?

Für die gewerbliche Ladeinfrastruktur stehen unterschiedliche Förderprogramme zur Verfügung, je nach Bundesland, Unternehmen und Einsatzzweck. Förderfähig können beispielsweise Ladepunkte, Netzanschluss, Lastmanagement oder notwendige Installationsarbeiten sein.

Welche Programme aktuell verfügbar sind und welche Voraussetzungen gelten, sollte vor Beginn des Projekts geprüft werden. Die Bedingungen können sich unter anderem danach unterscheiden, ob Ladepunkte ausschließlich betrieblich genutzt werden oder öffentlich zugänglich sind.

Fazit: Die passende Ladelösung für Unternehmen beginnt mit der Planung

Eine wirtschaftliche Ladeinfrastruktur für Ihr Unternehmen richtet sich nach dem tatsächlichen Bedarf am Standort. Fahrprofile, Standzeiten, Netzanschluss, Lastmanagement und Abrechnung sollten deshalb von Anfang an gemeinsam betrachtet werden.

GSE Systeme plant und errichtet die Ladeinfrastruktur für Unternehmen schlüsselfertig. Von der Bedarfsanalyse und technischen Auslegung bis zur Installation.

Oder nutzen Sie unser Kontaktformular und lassen Sie sich persönlich zu Ihrem Standort beraten.

Häufige Fragen zur Ladeinfrastruktur

Wie viele Ladepunkte benötigt ein Unternehmen?

Das hängt von der Zahl der Elektrofahrzeuge, ihren Standzeiten und der Nutzung ab. Entscheidend ist außerdem, wie viele Fahrzeuge gleichzeitig laden müssen. Bei großen Flotten kann die Infrastruktur für spätere Erweiterungen vorbereitet werden.

Brauchen Unternehmen Schnellladesäulen?

Nicht unbedingt. Stehen Fahrzeuge mehrere Stunden am Standort, können AC-Ladepunkte mit 11 oder 22 kW ausreichen. Schnellladepunkte sind dann interessant, wenn Fahrzeuge nur kurze Standzeiten haben und schnell wieder eingesetzt werden müssen.

Was ist Lastmanagement bei Ladeinfrastruktur?

Ein Lastmanagement verteilt die verfügbare Leistung auf mehrere gleichzeitig ladende Fahrzeuge. So lässt sich verhindern, dass alle Ladepunkte gleichzeitig ihre maximale Leistung abrufen und die verfügbare Anschlussleistung überschritten wird.

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