Mit einem Stromspeicher können Sie Ihren Solarstrom auch dann nutzen, wenn die Sonne gerade nicht scheint. Wie groß der Speicher sein sollte, hängt von der Leistung Ihrer Photovoltaikanlage und vom Stromverbrauch im Haushalt ab. Ein zu kleiner Speicher ist schnell leer. Ein überdimensionierter Speicher kostet mehr, ohne dass seine zusätzliche Kapazität voll ausgeschöpft wird.
Bei der Stromspeicher-Dimensionierung gilt deshalb nicht automatisch: größer ist besser. Entscheidend sind vielmehr Ihr Stromverbrauch, die Leistung Ihrer PV-Anlage und vor allem die Frage, wann Sie im Haushalt Energie benötigen.
Stromspeicher Dimensionierung: Darauf kommt es an
Die passende Größe des Stromspeichers lässt sich nicht anhand eines einzelnen Wertes bestimmen. Zwei Haushalte mit einer 10-kWp-Anlage können beispielsweise ganz unterschiedliche Speicherkapazitäten benötigen.
Für die Dimensionierung Ihres Stromspeichers sind vor allem vier Faktoren wichtig:
- Jahresverbrauch: Wie viele Kilowattstunden benötigt der Haushalt?
- PV-Leistung: Wie viel Solarstrom erzeugt die Anlage?
- Verbrauchsprofil: Wird Strom eher tagsüber oder morgens und abends benötigt, wenn die PV-Anlage wenig oder keinen Strom erzeugt?
- Zusätzliche Verbraucher: Sind Wärmepumpe, Elektroauto oder Wallbox vorhanden oder geplant?
Dachausrichtung, Standort und Verschattung können den tatsächlichen Solarertrag zusätzlich beeinflussen. Die optimale Speichergröße für Ihre PV-Anlage lässt sich deshalb erst dann ermitteln, wenn Sie Ihren Verbrauch mit dem Ertrag der Solaranlage vergleichen.
PV-Speichergröße berechnen: So funktioniert es
Um die für Sie passende PV-Speichergröße zu berechnen, beginnen Sie mit Ihrem Jahresverbrauch. Bei beispielsweise 4.000 kWh ergibt sich:
4.000 kWh ÷ 365 Tage = rund 11 kWh Stromverbrauch pro Tag
Das bedeutet allerdings nicht, dass automatisch ein 11-kWh-Speicher benötigt wird. Ein Teil des Stroms wird bereits tagsüber direkt von der Photovoltaikanlage genutzt und muss gar nicht gespeichert werden.
Entscheidender als der durchschnittliche Tagesverbrauch ist deshalb, wann genau Sie den Strom benötigen. Wird viel Strom morgens und abends verbraucht, kann eine größere Speicherkapazität sinnvoll sein. Bei hohem Direktverbrauch am Tag reicht in der Regel ein kleinerer Speicher.
Neben dem Stromverbrauch sollten Sie auch die Leistung Ihrer PV-Anlage berücksichtigen. Ein großer Batteriespeicher bringt wenig, wenn nicht genügend Solarüberschuss vorhanden ist, um ihn regelmäßig zu füllen. Umgekehrt ist ein sehr kleiner Speicher bei einer leistungsstarken Anlage schnell vollständig geladen, sodass weiterer Solarüberschuss nicht mehr gespeichert werden kann.
Welche PV-Speichergröße ist sinnvoll?
Auch wenn Faustformeln und Tabellen eine erste Orientierung geben können, ersetzen sie keine individuelle Berechnung. Typische Größenordnungen sehen beispielsweise so aus:
| PV-Leistung | Speichergröße zur Orientierung |
| 9–10 kWp | ca. 8–12 kWh |
| 11–14 kWp | ca. 10–15 kWh |
| 15–20 kWp | ca. 14–20 kWh |
| 21–25 kWp | ca. 18–25 kWh |
| 26–30 kWp | ca. 22–30 kWh |
| ab 30 kWp | individuelle Auslegung |
Die am Ende wirklich passende Speichergröße hängt trotzdem immer vom jeweiligen Haushalt ab. Eine Familie mit hohem Abendverbrauch kann bei gleicher PV-Leistung mehr Speicherkapazität sinnvoll nutzen als ein Haushalt, der einen großen Teil des Solarstroms direkt am Tag verbraucht.
Wie groß sollte ein PV-Speicher bei Wärmepumpe und E-Auto sein?
Ein Einfamilienhaus mit Wärmepumpe und Elektroauto weist in der Regel einen deutlich höheren Strombedarf auf. Wenn Sie eine neue PV-Anlage für Ihr Haus planen, sollten Sie deshalb nicht nur Ihren bisherigen Jahresverbrauch betrachten.
Ein Elektroauto kann abhängig von Fahrzeug und Fahrleistung beispielsweise rund 2.000 kWh zusätzlichen Strom pro Jahr benötigen. Bei Wärmepumpen hängt der Bedarf stark von Wohnfläche, Dämmung, Gebäudezustand und Technik ab.
Auch hier zählt der Zeitpunkt des Verbrauchs: Wird das Auto mittags an der Wallbox geladen, kann Solarstrom direkt genutzt werden. Erfolgt das Laden vorwiegend abends, kann der zuvor erzeugte Solarstrom über den Speicher bereitgestellt werden.
Ein durchdachtes Energiemanagement für Ihre PV-Anlage kann zusätzlich dafür sorgen, dass Wärmepumpe, Wallbox und andere Verbraucher bevorzugt dann laufen, wenn viel Solarstrom zur Verfügung steht.
Dimensionierung Stromspeicher: Wann ist ein Speicher sinnvoll und wann zu groß?
Ein Stromspeicher ist dann sinnvoll, wenn Ihre PV-Anlage tagsüber überschüssigen Solarstrom produziert, der später im Haushalt benötigt wird. Wird ein großer Speicher dagegen regelmäßig nur teilweise geladen oder entladen, bleibt ein Teil der teuer bezahlten Kapazität ungenutzt.
Bei der Dimensionierung Ihres Stromspeichers geht es daher um einen guten Mittelweg zwischen Anschaffungskosten, Eigenverbrauch und Autarkiegrad.
Der Eigenverbrauch gibt an, welcher Anteil des selbst erzeugten Solarstroms im Haushalt genutzt wird. Der Autarkiegrad beschreibt dagegen, welcher Anteil des gesamten Strombedarfs von der eigenen PV-Anlage gedeckt wird.
Eine Photovoltaikanlage ohne Speicher kann durchaus wirtschaftlich arbeiten, nutzt den erzeugten Strom aber hauptsächlich während der Produktion. Eine PV-Anlage mit Speicher ermöglicht es, einen Teil des Solarstroms auch in den Abend- und Nachtstunden zu nutzen.
Ein möglichst großer Akku führt jedoch nicht automatisch zu vollständiger Autarkie, also zur vollständigen Versorgung Ihres Haushalts über Solarstrom. Besonders im Winter fehlt häufig die nötige Solarenergie, um einen großen Speicher überhaupt vollständig zu laden.
Batteriespeicher installieren und zukünftigen Verbrauch einplanen
Wer einen Batteriespeicher installieren lassen möchte, sollte zukünftige Pläne im Auge behalten. Eine spätere Wärmepumpe oder ein Elektroauto kann den Strombedarf erheblich verändern.
Das bedeutet aber nicht, dass zur Sicherheit ein überdimensionierter Speicher gekauft werden muss. Modulare Energiespeicher für PV-Anlagen lassen sich je nach System später einfach erweitern. So kann die Kapazität zunächst am aktuellen Bedarf ausgerichtet und bei Bedarf später an neue Gegebenheiten angepasst werden.
Fazit zur Stromspeicher Dimensionierung: Speicher passend planen
Ihr Jahresverbrauch und die PV-Leistung liefern eine gute Grundlage für die Planung, reichen für eine genaue Berechnung der geeigneten Stromspeichergröße aber nicht aus. Eine sinnvolle Dimensionierung berücksichtigt zusätzlich Ihr Verbrauchsprofil, den Solarertrag und geplante Verbraucher wie Wärmepumpe oder Elektroauto.
GSE Systeme berechnet die passende Speichergröße für Ihr Gebäude und übernimmt die Umsetzung von der Planung über die PV-Montage bis zur schlüsselfertigen Installation.
Oder nutzen Sie unser Kontaktformular und lassen Sie sich persönlich beraten.
Häufige Fragen zur Speichergröße
Wie groß sollte ein Stromspeicher sein?
Das hängt von Jahresverbrauch, Verbrauchszeiten und PV-Leistung ab. Für private Haushalte liegen Batteriespeicher häufig im Bereich von etwa 5 bis 15 kWh. Entscheidend ist jedoch, wie viel Solarüberschuss tatsächlich gespeichert und genutzt werden kann, wenn die PV-Anlage gerade wenig oder keinen Strom erzeugt.
Wie kann ich die geeignete Batteriespeichergröße berechnen?
Ermitteln Sie zunächst Ihren durchschnittlichen Tagesverbrauch und prüfen Sie anschließend, welcher Anteil außerhalb der Sonnenstunden anfällt. Danach wird dieser Bedarf mit Leistung und Ertrag der PV-Anlage abgeglichen. Ein PV-Rechner mit Speicher kann dafür eine erste Orientierung liefern.
Wie lange hält ein Stromspeicher?
Die Lebensdauer hängt von Batterietechnologie, Temperatur und Nutzung ab. Neben dem Alter spielt insbesondere die Zahl der Ladezyklen eine Rolle. Beim Vergleich verschiedener Speicher sollten deshalb auch die vom Hersteller angegebene Zyklenzahl und Garantie berücksichtigt werden.